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Reihe Oper am Klavier: „Das goldene Kreuz“

Kathrin Göring als Therese setzt mit „Männer, die muss man sich dressieren“ einen gesanglichen und humorvollen Glanzpunkt.


Wie sagt man so schön: Freiheit ist, wenn man will, was man ohnehin muss. Unendliche Freiheit also für die gute Christine: Sie schwor, den Unbekannten zu heiraten, der statt ihres heiß geliebten Bruders in den Krieg zog. Und am Schluss stellt sich heraus, dass der Erlöser derjenige ist, in den sie sowieso verliebt war.

Relativ frei sind auch die Ausführenden dieses etwas verworrenen Singspiels – wer kennt schon „Das goldene Kreuz“ des polnischen Komponisten Ignaz Brüll? Nach Herzenslust kann also Korrepetitor Hans –Georg Kluge die Schere ansetzen, um das Werk aus ein verdauliches Maß zu kürzen. Es ist ja ohnehin schon ein ziemlicher Luxus, den das Leipziger Opernhaus im renovierten Kellertheater mit der Reihe „Oper am Klavier“ anbietet. Denn aus den Bühnen deutscher Theater findet sich das ehemals sehr erfolgreiche Werk heute gar nicht mehr. Und obwohl die liedhaften Arien, die klare Harmonik und Struktur der Partitur sowie die kleinen ironischen Spitzen des Textes gegen Krieg, heimkehrende Invaliden und treu liebende Frauenherzen das Werk eher besser machen als so manchen Kassenschlager Albert Lortzings, hat selbst die raritätensüchtige Tonträgerindustrie das Kreuz noch nicht für sich entdeckt.

Luxuriös ist ebenfalls, dass die Reihe im Kellertheater nicht als Beschäftigungstherapie für unterbeschäftigte Ensemblemitglieder missbraucht wird, sondern eher Experimentierfeld ist für Sänger, die auch auf der großen Bühne in mittlerin bis bedeutenden Partien zu sehen sind. Marika Schönberg als Christine und Martin Petzold als geliebter Pflichtehemann Gontran d`Ancry geben stimmlich und szenisch (Regie: Gundula Nowack) ein schönes Paar ab. Aber auch Kathrin Göring als Therese setzt mit „Männer, die muss man sich dressieren“ einen gesanglichen und humorvollen Glanzpunkt.

Übrigens: man hat auch ganz ungezwungen die Freiheit, auf die nächste Produktion im Kellertheater neugierig zu sein.

 

 

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