| Weihnachts-Zeit ohne Bachs Weihnachts-Oratorium? |
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Der Amberger Oratorienchor und das Amberger Sinfonieorchester übertrafen sich selbst bei der Aufführung von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium im Congress Centrum.
Unter der musikalischen Leitung von Thomas Appel entwickelte sich ein festlich-farbenreiches Klanggemälde der Kantaten eins, zwei, drei und sechs. Das waren prachtvolle Eröffnungschöre, Choräle, Arien, in denen die Gesangssolisten mit einzelnen Instrumenten dialogisierten - das waren zweieinhalb abwechslungsreiche Stunden Bach-Musik. Der Komponist hat ja für sein Weihnachtsoratorium viele ältere Sätze, wie man heute sagen würde: recycelt, weshalb einige auch in anderem Zusammenhang bekannt sind. Bekannt in der Region ist auch Thomas Appel. Gelöst und unverkrampft räumte der Dirigent seinen Musikern freien Raum ein, ließ die Musik fließen und natürlich atmen. Immer wieder bewies er sein Gespür für besondere klangfarbliche Reiz-Wirkungen. Manchmal etwas dominant die Tonunterlegung, wie bei der Alt-Arie „Schlafe, mein Liebster". Insgesamt aber zeigte sich das Amberger Sinfonieorchester mit Konzertmeisterin Valeri Rubin, den Solisten Michael Rupprecht (Violoncello) und Bernhard Müllers (Orgelpositiv) artikulatorisch brillant und technisch versiert. Gleich einer verschworenen Gemeinschaft verschmolzen auch die Interpreten zu einem homogenen Wesen mit einem Atem. Ihr Ziel: eine packende Geschichte zu erzählen und dabei all ihre Facetten auszuloten. Tenor Hugo Mallet verband als Evangelist stimmliche Schönheit mit erzählerischer Aussagekraft, die ganz ohne Manierismen auskam. Altistin Kathrin Göring traf mit ihrer weichen Stimme die musikalisch Rhetorik der Barockzeit perfekt. Ein Hörgenuss die Arie „Schließe, mein Herze, dies selige Wunder...". Die Ausdrucksintensität und Stilsicherheit von Albrecht Pöhl (Bass) und die hochvirtuosen Läufe der Sopranistin Jutta Maria Fries begeisterten und ließen das Geschehen von einst, die Stimmungen und Sehnsüchte lebend werden. Lebendig und einfühlsam präsentierte sich ganz besonders auch der imposante Chor. Schlicht in der Reinheit und Wärme seines Klanges, imponierend in der Klarheit seiner Sprache und seiner harmonierenden, nahezu perfekten Intonation. Die spürbare Musikalität und die feinfühlige Gesangstechnik der Sängerinnen und Sänger schlugen die Zuhörer in ihr Bann. Schon beim „Jauchzen" im Eröffnungschor wurde der festlich-erhebende Jubel, den man mit weihnachtlicher Musik und besonders diesem Werk verbindet, großartig interpretiert. Diese Form der Darbietung zeigte einen Hauch zeitloser Gültigkeit und ein überaus menschliches Gesicht. Die Musik wird noch lange nachschwingen, auch wenn der Applaus schon längst verklungen ist. Quelle: www.amberger-oratorienchor.de |
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Allen Lesern einen schönen und erholsamen Sommer! |